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Guter Stress? Echt jetzt? Ja-echt!

Aktualisiert: 23. Aug. 2023

#Serie - Weit verbreitete Irrtümer zum Thema Stress

#Irrtum Nr. 1

Wenn wir von Stress lesen oder hören, dann ist damit zu 99% negativer Stress, der sogenannte Di-Stress gemeint. Doch es gibt auch guten Stress, der heisst Eu-Stress. Wie im Wort Euphorie. Eu-Stress hat mit Herausforderungen zu tun. Also wenn du vor einer Challenge stehst, und du weisst dass du das jetzt noch nicht meisterst, aber sie mit etwas Übung meistern könntest, dann entsteht der positive Stress. Wenn du die Herausforderung annimmst und gehst über deine Komfortzone raus, informierst dich wie du die Challenge schaffen könntest, probierst dich aus, dann kannst du das schaffen! Im besten Fall kommst du sogar in den Flow.


Foto : Ein gutes Gefühl nach der Herausforderung am Ziel zu sein


#Irrtum Nr 1 : Stress muss vermieden werden

Dein Körper und dein Gehirn brauchen ein gesundes Mass an Stress genauso wie ein gesundes Mass an Entspannung und Erholung. Es ist die Balance auf die es ankommt. Wie beim Einatmen und Ausatmen. Du kannst auch nicht immer nur einatmen, irgendwann ist die Lunge voll, und du hast das Gefühl gleich zu platzen, wenn du die Luft nicht wieder rauslässt.

Ebenso kannst du nicht immer nur ausatmen, auch dann bleibt dir die Luft weg. Mit dem Stress ist es genauso.

Du kannst dir das so vorstellen wie wenn du einen Muskel trainierst. Stress trainiert dein System, Körper und Geist. Er sollte jedoch nicht übermässiger Stress sein, sondern du solltest dich langsam steigern. Du fängst ja auch nicht mit der 100kg Hantel an zu trainieren wenn du bis jetzt gerade mal 20 kg schaffst. Und eben, die Balance halten.


Die 2 Arten von Stress - EuStress und DiStress

Wir unterscheiden im Stresscoaching und der Stressforschung zwischen Eustress und Distress. Wie immer im Leben, auf die Balance kommt es an. Und auf die tägliche, aber noch mehr auf die mittelfristige. Also eine kurze, vor allem eine überschaubare Zeit des Ungleichgewichts, des vermehrten Stress, vor einer Prüfung, oder wenn ein Projekt in einer bestimmten Zeitspanne abgeschlossen werden muss ist verkraftbar, wenn du danach bewusst die Ruhe- und Erholungsphase einbaust. Besser ist natürlich wenn es dir möglich ist jeden Tag einen Ausgleich zum Stress zu schaffen..

Foto: Yoga Meditation kann dich in die Ruhe bringen .die Natur schenkt dir Erholung , Ruhe und Kraft


Di-Stress - Überforderung - ist emotional und körperlich schädlich

Das Gegenteil von Eu-Stress ist Di-Stress, der negative Stress der entsteht wenn du dich einer Situation nicht gewachsen fühlst, wenn du dich überfordert fühlst. Dies ist der Stress den die meisten Menschen meinen, wenn sie Stress sagen. Di Stress entsteht immer dann wenn du einer Aufgabe nicht gewachsen bist.


Dein Stresslevel erhöht sich wenn eine Aufgabe mehr als 20% über deinem gewohnten Level liegt. Je unerreichbarer es für dich zum momentanen Zeitpunkt ist, je grösser die Kluft zwischen deinen aktuellen Fähigkeiten auf diesem bestimmten Gebiet und den Anforderungen der gestellten Aufgabe, um so grösser der Di-Stress umso grösser die Frustration. Dir fehlen momentan noch zuviele Fähigkeiten, zuviel Wissen, die Aufgabe erscheint unlösbar. Wenn sie zu 80% über deinem Level ist ,dann bist du am anderen Ende der Flowlinie angelangt, nämlich in der kompleten Überforderung, du hast Null Motivation die Aufgabe überhaupt an zu gehen.

Die zweite Art von Di-Stress ist der Dauerstress, der ist sehr schädlich. Mehr dazu gibt es im Beitrag "Dauerstress- Die 7 Stufen bis zum Tod". Hier in diesem Beitrag möchte ich jetzt auf den positiven Eustress eingehen.

Foto: Sonnenaufgang - Ein natürlicher Fluss nimmt seinen Lauf immer in Serpentinen niemals über längere Zeit in geradem Lauf das passiert nur bei der Kanalisation durch den Menschen


Wie kommst du in den Flow?

Dieses Foto des Flusses zeigt sehr gut auf was auch beim Flow geschieht. Der Psychologe Mihahly Csikszentmihaly hat den Flow erforscht. Als Flow bezeichnen wir einen Zustand wenn wir ganz von etwas vereinnahmt sind, wenn wir etwas tun, und dabei uns so sehr konzentrieren müssen, dass wir alles andere aus unserem Bewusstsein ausblenden. Etwas das kniffelig ist, aber nicht gefährlich. So probieren wir herum auf die eine oder andere Art wie wir diese Aufgabe lösen könnten. Dabei gelingt uns immer wieder etwas, nur um dann im nächsten Moment uns wieder vor ein neues Hindernis zu stellen. Oft ist es dann so dass wir die Richtung nochmals ändern müssen. Wie der Fluss der sich seinen Weg sucht.


Ich habe das erlebt , vor vielen Jahren, mit Photoshop bei der Bildgestaltung. Immer wieder gelang etwas, immer wieder ging etwas schief. Glücklicherweise speicherte ich jede Version ab, bevor ich eine neue Ebene über das Bild legte und mit Farben und Formen weiter experimentierte. Ich war völlig versunken, im Flow, euphorisiert. Selbst wenn ich etwas falsch gemacht hatte entstand oft genau dadurch ein faszienierendes Ergebnis, das ich sonst nicht gefunden hätte. Es vergingen Stunden wie im Flug. Ich vergass die Zeit, ich vergass zu essen, ich hatte keinen Hunger, manchmal den ganzen Tag. Ich war durchdrungen von einem kreativen Glücksgefühl.

Mihaly Csikszentmihalyi hat zu seiner eigenen Überraschung herausgefunden dass jeder in den Zustand des Flow geraten kann. Und in diesem Zustand liegt das grösstmögliche Wachstum. Wenn du also wachsen willst, dann achte auf die 20%. Nicht weniger, sonst bist du unterfordert. Am Besten auch nicht mehr, sonst kommst du nicht in den Flow. Wenn du im Flow bist erlebst du Eu-Stress.


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